Fotografie aus Knete: Debüt von Eleanor Macnair - 'Photographs Rendered in Play-Doh'

Eleanor Macnair hatte 2013 eine simple Idee: Ikonen der Fotografie, denen sie bei ihrer Arbeit in Galerie oder Museum begegnet war, knetete sie zur Entspannung einfach nach. So entstand vor ihren Augen die Fotogeschichte als Knetbild neu. Liegt ein Werk dann nach getaner Arbeit fertig geknetet, etwa eine Ikone von Diane Arbus, Cindy Sherman oder von Nan Goldin also auf dem Küchenbrett, gar ein Erwin Blumenfeld, Henry Cartier-Bresson, Man Ray plastisch ausgerollt vor ihr, so gerät das formbare Material, kaum daß es sein Knetprofil gezeigt, prompt wieder zur Fotografie: Eleanor Macnair macht ein Lichtbild davon. Das Knetbild wird zum Porträt - mit Licht von oben seitlich und mit richtigem Schatten. Durch den Akt der Fotografie bewahrt Eleanor Macnair ihr Knetbild. Damit treibt sie als Künstlerin gleich zwei Mal Gestaltung und Wandlung. Das Ergebnis ist ein Who-is-Who der Fotogeschichte. Alle Großen und Namen ihres Metiers sowie natürlich ihre Favoriten treten munter als Knetfigur ins Licht ihrer somit intimen Fotohistorie: William Egglestone, Walker Evans, Robert Mapplethorpe, Daido Moriyama, August Sander, Edward Weston, Garry Winograd. Die Ausstellung war schlicht eine Sensation und bis Freitag 22 | 04 | 16 zu sehen. Die Werke aus diesem Debüt haben Aplomb und sind nun bis auf eine Handvoll fast vollständig verkauft: ganze 6 Werke sind noch zu haben zum Vorzugspreis des Debüts: Photographs Rendered in Play-Doh

Klaus Kleinschmidt